Elaine ohne Kind

Über den Abschied vom Kinderwunsch und das Leben danach

Samstag

21

Februar 2026

Lichtblicke

von Elaine, über Leben, Selbstfürsorge

Eigentlich habe ich Übung darin, mich an den kleinen Dingen zu erfreuen. Vom Januar verfüge ich über eine wunderbare Sammlung solcher Glücksmomente, die ich zum Teil mit meiner Handykamera festhielt: Der Neujahrstag in den Bergen, bevor ich wieder in den Alltag abtauchte. Wenn die Sonne ins Wohnzimmer schien. Kaffee und Kuchen mit einer Freundin. Französische Crêpes mit meinem Patenkind. Museumsbesuche. Und die Befriedigung, den Gefrierschrank abgetaut zu haben.

Der Februar ist zäher. Ich halte fest, wie die LED-Teelichter in die Abende leuchten. Freue mich über eine wunderschöne selbstgesiedete Seife, ein Geschenk einer Freundin. Aber sehr oft bin ich einfach nur müde. Weil ich schlecht geschlafen habe. Weil es ständig zu regnen oder zu stürmen scheint. Die Hormone verrückt spielen. Und mich der Zustand der Welt erschöpft.

Dann lese ich die Texte von Phoenix und Loribeth darüber, was ihnen gerade gut tut. Die Erinnerung daran, dass ich nicht die einzige bin, an der der Februar zehrt, tröstet mich. Und ich nehme ihre Frage mit: Was rettet dich gerade?

Phoenix setzt sich in ihrer Liste an die erste Stelle. Und das finde ich ganz wunderbar. Sich selbst die beste Verbündete zu sein, ist einfach unschlagbar.

Hier kommt meine Liste, die am Ende doch länger wurde, als ich gedacht hatte:

  • Die lange Woll-Fleecejacke, in der ich richtiggehend wohne, wenn ich zu Hause bin. Unser Daheim ist alt und wunderschön, aber im Winter auch zugig.

  • Blumen von meinem Mann. Wenn er mich in den Arm nimmt. Oder das Abendessen kocht, wenn ich mich zu nichts aufraffen kann.

  • Bücher. Ein wiederentdeckter Zufluchtsort aus meiner Jugend. Bisher las ich im 2026 “Just Kids” von Patti Smith. Es war bis diese Woche mein Unterwegs-Buch, das ich immer in einem Stoffbeutel dabei hatte. Wie ich mich dadurch auf die Zugfahrten freute. Zudem las ich: “Die Geschichten in uns” von Benedict Wells. Und “Windstärke 17” von Caroline Wahl.

  • Die Bettflasche, die abends mein Bett vorwärmt.

  • Die spannenden Geschichten einer Freundin aus Studienzeiten, die heute als Dolmetscherin für die EU und zum Teil für die UNO arbeitet. Einblicke in eine mir fremde Welt. Die leckeren Tapas, die wir bei unserem Treffen essen.

  • Der Tag, an dem ich den Frühling in die Töpfe am Eingang pflanze. Kleine Tête-à-tête-Narzissen und Zwiebeliris, die etwas Frost vertragen.

  • Die Bodylotion für einen Moment auf die Heizung zu legen, bevor ich mich eincreme. Warum kam ich nicht schon früher auf diese Idee?

  • Der Morgen, als ich zum allerersten Mal das Lied der Amsel höre. Wie über die Tage und Wochen weitere Vögel mit einstimmen. An düsteren Tagen eine Erinnerung daran, dass der Frühling sich nicht aufhalten lässt.

  • Ferienpläne zu schmieden. Wie heisst es so schön: Vorfreude ist die schönste Freude :-).

Was hat Euren Winter bisher besser gemacht?

Foto: Elaine.

Elaine

lebt in der Schweiz. Sie liebt die Natur, besonders im Frühling. Sie mag Spaziergänge, Wanderungen, die Berge, das Meer, Bücher, Kunst, Flohmärkte, Brockenhäuser.

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