Elaine ohne Kind

Über den Abschied vom Kinderwunsch und das Leben danach

Donnerstag

18

Juni 2026

Monatsmögen

von Elaine, über Leben, Selbstfürsorge

Weil ich merke, dass es mir gut tut, die schönen und inspirierenden Dinge irgendwo festzuhalten, habe ich beschlossen, wieder regelmässiger darüber schreiben. Monatsmögen soll das heissen :-). Inspiriert von Stepanini, die früher die Rubrik “Montagsmögen” führte, jedoch vor Jahren mit dem Bloggen aufhörte.

Mein Monatsmögen umfasst diesmal knapp zwei Monate, weil so viel los war auf Arbeit und anderswo. Privat unter anderem, weil ich im Frühling nicht fit gewesen war und sich daher alles in den Frühsommer verschob.

  • Der Mai beginnt mit einer kleinen Ausstellung, die meine Künstlerfreundinnen und ich gemeinsam organisieren. Anstrengend, aber schön. Staunen über die Arbeiten der anderen Frauen. Ich bekomme lieben Besuch und sogar Blumen.

  • An den zwei folgenden Wochenenden, an denen ich etwas kränkele, der Luxus, daheim auf dem Sofa bleiben zu können.

  • Ein Frühstückspicknick am Fluss und auf dem Weg dorthin das Leuchten der Mohnfelder. Die Blüte der Iris im Garten. Sonnenuntergänge, durchs Schlafzimmerfenster gesehen. Eine herzförmige Kartoffel.

  • Wenn ein Sonntag sich wie Mini-Ferien anfühlt. In der eigenen Stadt mit einer Bekannten den ersten Rhabarber-Matcha meines Lebens trinken, durch Quartiere schlendern, in denen wir selten sind, irgendwo zum Mittagessen einkehren, sich über glutenfreie Waffeln freuen, die es dort gibt, und auf dem Rückweg am Fluss die Zitronengras-Limonade testen. Wie hübsch sie aussieht mit dem Rosmarinzweiglein und den Eiswürfeln.

  • Die Trauerschnäpperfamilie, die im Vogelhäuschen auf der anderen Seite des Gartenzauns nistet. Der neue Feldstecher des Schwagers, mit dem wir das Kommen und Gehen beobachten.

  • Das Danish String Quartet im KKL Luzern, ein Geburtstagsgeschenk. Ich hatte ganz vergessen, wie gut Live-Musik tut. Wie beseelt man danach nach Hause fährt.

  • Dass es nach der ersten Hitzewelle im Mai (!!!) wieder etwas abkühlte.

  • Die zartblaue Schönheit der „Jungfer im Grünen“. Diese Orchester-Improvisation von Jacob Collier, die mein Mann mir schickte. Zum Staunen und Entschleunigen ;-).

  • Dass das erste grosse Blutbild meines Lebens nichts Schlimmes ergibt, keinen Prädiabetes, keinen krassen Vitaminmangel. Auch meine Hormone sind noch einigermassen im Rahmen. Ein paar Dinge können wir optimieren: neu nehme ich ein Basenmittel. Nie hätte ich gedacht, dass das einen Einfluss auf den Schlaf hat! Zudem bin ich neu motiviert, mit der entzündungshemmenden Ernährung wieder konsequenter zu sein.

  • Diese Gitarrenklänge an einem Morgen, an dem ich Sanftheit brauchte. Die Farbkombination von Kiwi und Erdbeeren auf meinem Frühstückmüsli.

  • Wie wunderbar entspannt sich mein Körper nach dem Yoga anfühlt, auch wenn ich mich während der Stunde schwer und träge fühle.

  • Ein Kreativkurs und Crêpes-Essen mit meinem Patenkind (wieder ein Geburtstagsgeschenk), ein Stadtbummel mit einer Freundin und wie sehr unsere Gespräche die Seele nähren.

  • Mein bisheriges Lieblingsbuch des Jahres: Für Polina von Takis Würger. Das einzige Buch, das ich in den intensiven ersten Juniwochen lese, immer ein kleines bisschen auf meinen Zugfahrten. Falls Ihr im 2026 nur ein einziges Buch lesen wollt, würde ich dieses empfehlen. So, so gut!

  • Dieses Gitarrenstück. Die Fülle der Himbeeren, die ich plötzlich ernten kann. So viel, dass es zum Einfrieren reicht.

  • Wie meine Bürokollegin mir Aufgaben abnimmt an einem Tag, an dem die Arbeit nicht enden will. Und mein Mann abends den Garten bewässert, weil ich zu müde bin dafür.

  • Eine wunderschöne Schifffahrt mit meiner Mutter (diese Liste besteht aus lauter Geburtstagsgeschenken, hihi), ein perfektes Mittagessen und ein See, der so türkisblau ist, dass man gar nicht im Ausland Ferien machen muss.

Mai und Juni. Immer intensiv in meinem Beruf. Dafür werde ich es im Dezember ruhiger haben, wenn andere gestresst sind ;-).

Führt Ihr auch solche Listen und wenn ja, was steht darauf?

Foto: Elaine

Elaine

lebt in der Schweiz. Sie liebt die Natur, besonders im Frühling. Sie mag Spaziergänge, Wanderungen, die Berge, das Meer, Bücher, Kunst, Flohmärkte, Brockenhäuser.

Um anonym zu kommentieren: Kommentar schreiben, Pseudonym und E-Mail in die Felder eintragen und bei "Ich möchte lieber als Gast schreiben" das Häkchen setzen.