Elaine ohne Kind

Über den Abschied vom Kinderwunsch und das Leben danach

Tabu

Freitag

8

Juli 2016

Kein Platz

von Elaine, über Gesellschaft, Ungewollte Kinderlosigkeit, Trauer, Tabu

Meine Schwester hat ein Kind geboren. Unter nicht ganz idealen Umständen, aber nun hält sie Ihr Kleines in den Armen. Ich bin erleichtert, froh und dankbar für sie. Und gleichzeitig bricht es mir das Herz. In der Nacht nach der Geburt liege ich wach und weine, und ich frage mich, wie das sein kann. Inzwischen weiss ich, dass ich die Frage nach dem Warum nicht mehr stellen muss. Sie bringt mich nicht weiter.…

Sonntag

26

Juni 2016

Das Schwierigste

von Elaine, über Gesellschaft, Ungewollte Kinderlosigkeit, Tabu, Isolation

Wenn man mich fragen würde, was das Schwierigste an meiner Kinderlosigkeit ist, würde ich sagen: die Gesellschaft. Die Tatsache, dass wir Kinderlosen einer Minderheit angehören. Und dass die ungewollte Kinderlosigkeit ein Tabu ist. Ich habe mir schon überlegt, ob ich die Kinderlosigkeit leichter ertragen könnte, wenn ich noch zehn Jahre jünger wäre. Vermutlich nicht. Trotzdem frage ich mich, wie es wäre, wenn nicht alle um mich herum Kinder hätten. Wenn da noch andere Paare wären ohne Kinder.…

Sonntag

29

Mai 2016

Beim Coiffeur

von Elaine, über Ungewollte Kinderlosigkeit, Gesellschaft, Tabu

Vor ein paar Wochen ging ich zum Coiffeur. Die junge Frau, die mir das Haar schneidet, ist sympathisch. Ich fühle mich wohl bei ihr. Manchmal reden wir, aber oft schweigen wir auch. Und das gefällt mir. Letztes Mal redeten wir ein bisschen mehr als sonst. Sie erzählte, dass sie oft ihr Patenkind hütet. Ich erzählte ihr von meinen Neffen. Und dann fragte sie: Und Ihr habt selber noch keine Kinder? Ich antwortete: Nein.…

Montag

16

Mai 2016

Gegen das Schweigen

von Elaine, über Tabu, Ungewollte Kinderlosigkeit, Schmerz, Isolation

Man kann sich so alleine fühlen damit. Isoliert, unverstanden. Wenn man keine Kinder bekommen hat, bekommen kann, wenn die Prognosen, dass es jemals klappen wird, allzu schlecht sind. In einer Gesellschaft, in der sich alles um Kinder und Familie dreht, wird man rasch zum Aussenseiter. Durch den eigenen Schmerz, der einen fernhält von Menschen, die man eigentlich sehr gerne mag, aber die fast nur ein Gesprächsthema kennen: ihre Kinder. Fernhält, vielleicht sogar von den Patenkindern, weil es gerade einfach zu weh tut.…