Septembermögen
von Elaine, über Leben, Selbstfürsorge, Musik

Letzte Sandalentage. Das Leuchten der Morgenwolken. Die Himbeeren, die immer weniger werden. Abends zum ersten Mal Kerzen anzünden. Feigen, Trauben, Birnen, Äpfel und der allererste Kürbis. Zum letzten Mal das Sommerkleid tragen. Das E-Bike nach vier Wochen und grossen Reparaturen in der Werkstatt abholen können. Mich beim Nach-Hause-Radeln über das Freiheitsgefühl freuen. Warmen Tee trinken. Schwarztee mit einem Schuss Milch. Oder Grüntee. Der Marronikuchen, den ich für einen 40. Geburtstag backe. Dass wir zu diesem Geburtstag überhaupt eingeladen sind.
Nach einer stressigen Arbeitsphase ein ganzes Wochenende ohne einen einzigen Termin daheim verbringen können. Leere. Als Ausgleich dafür, wie eng getaktet der Monat zu Beginn war. Musik hören und lesen. Wie gut die bildschirmfreie Zeit tut! Die Dahlien im Garten, die Herbstanemonen in Rosa und Weiss. Wie saftig grün die Wiesen wieder sind. Die ruhige tiefe Stimme meines neuen Chefs. Die Vorfreude auf eine Wanderung mit meinem Vater. Ein Treffen mit meinem Onkel, der vielleicht zum letzten Mal in die Schweiz gereist ist. Dass ihm das Karamell- und Vanilleeis am See so gut schmeckt.
Die letzte Yogastunde vor den Herbstferien, die mich mit weichen Knien nach Hause wackeln lässt. Zu einer Buchvernissage eingeladen werden und sie auch besuchen. Erste Herbstschätze sammeln. Mittagspausen draussen auf der Bank. Apfelmus mit Zimt. Endlich das Küchenfenster putzen und mich über den Durchblick freuen. Nachmittags doch nochmal die Socken abstreifen, weil es wieder warm wird. Abends mit sonnenmüden Augen diese Musik hören. Wer will, kann dabei noch einer Illustratorin bei ihrer Arbeit zusehen ;-).
Was mochtet Ihr in diesem Monat?
Foto: Elaine
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